Die Weißscheckung bei Birma-Katzen

Etwa ab dem zehnten Tag nach der Geburt kann man die für Birmakatzen rassetypische Weißscheckung an den Enden der vier weißen Pfötchen erkennen. Nur bei Katzen mit sehr heller Pointfärbung wie Blue- und Lilac-Point und deren Tortievariationen ist eine genaue Lokalisierung meistens erst später möglich. Für den einen oder anderen Vertreter dieser Rasse entscheidet sich zu diesem Zeitpunkt, ob das Tier eine Ausstellungskatze wird oder nicht. Nicht selten bestimmen nur einige wenige Millimeter von Weiß oder Nicht-Weiß an den Enden der vier Pfötchen das Schicksal einer Birmakatze. „Fehler“ an den wie sind nämlich sehr schnell festzustellen. Der Züchter hat keine Einfluss auf Form, Größe und Symmetrie der Handschuhe, Stiefelchen und Sporen. Es gibt keine Garantie, dass, wenn man zwei vorschriftsmäßig gezeichnete Katzen paart, genauso perfekt gezeichnete Jungtiere geboren werden. Eine perfekt gezeichnete Birmakatze ist wie ein Hauptgewinn im Glücksspiel.

 

Die weißen Abzeichen der Birma-Katze

Ohne Zweifel sind die weißen Abzeichen an den Enden der gefärbten Pfoten, die Handschuhe an den Vorderbeinen, die Stiefel und Sporen an den Hinterbeinen ein hervorstechendes Merkmal, das kaum zu übersehen ist.

Vorderbeine:

Die weißen Handschuhe sollen symmetrisch sein. Das Weiß endet auf der Vorderseite der Vorderpfoten in gerader Linie am Gelenk zwischen Zehenknochen und Mittelfußknochen. Auf der Hinterseite der Vorderpfote bedeckt das Weiß die Fußballen, auf denen die Katze läuft.

Hinterbeine:

Die weißen Stiefel sollen auf beiden Vorderseiten der Hinterpfoten symmetrische sein. Das Weiß auf der Vorderseite der Hinterpfote reicht mindestens bis zum Gelenk zwischen Zehenknochen und Mittelfußknochen.

Sporen:

Auf der Rückseite der Hinterpfote bildet das Weiß einen Keil auf dem Sohlenstreifen, dessen Spitze kurz vor dem Fußwurzelknochen endet. Die Sporen sollen auf beiden Hinterbeinen symmetrisch sein. Sie dürfen nicht über die Ferse hinauslaufen.


Weiße Runner, die durch die Pointfarbe laufen, sind weder an den Vorderbeinen noch an den Hinterbeinen erlaubt. Farbige Flecken in den weißen Abzeichen sind ebenfalls fehlerhaft. Die Zehen- und Sohlenballen sind im Idealfall rosa.


Gloving - Gen

Der Erbgang der Weißscheckung an den Enden der vier Pfötchen ist noch nicht vollständig erforscht. Diese Art der Weißscheckung soll von einem Gen verursacht werden, das man in der Fachliteratur als „Gloving-Gen“ bezeichnet; (glove ist das englische Wort für Handschuh).

Ein Anwachsen des Weißscheckungsanteils wie man es bei Paarungen anderer Particolour-Katzen untereinander beobachten kann, gibt es bei Birmakatzen nicht. Die Größe des Weißanteils bleibt relativ konstant. Allerdings darf man auch nicht verheimlichen, dass Birmakatzen oft weiße Flecken an Brust und Bauch haben, die man wegen der hellen Körperfarbe meistens schlecht sieht.

In dem Buch "Genetics for Cat Breeder, 3rd Edition"  (1991) beschreibt Roy Robinsson den Genotyp der Birmakatze: aacs csggll. Nach Roy Robinson wird die geringe Weißscheckung der Birmakatze (gg) rezessiv vererbt.

Aktuelle Forschungsergebnisse von Dr. B. Gandolfi (VGL UC Davis, California) besagen, dass für die Weißscheckung an den Pfötchen der Birmakatzen eine Mutation am c-Kit-Locus verantwortlich ist.

G (gloved ) ist das Gensymbol für weiße Abzeichen an den Füßen.  

Die weißen Abzeichen an den Füßen der Birma-Katze werden laut Dr. B. Gandolfi autosomal rezessiv vererbt. Folglich muss eine Birma-Katze zwei Allele für "weiße Abzeichen an den Füßen" tragen.

Quelle: Website von Veterinary Genetics Laboratory der UC Davis, California http://www.vgl.ucdavis.edu/services/coatcolorcat.php


Die Weißscheckung der Birma-Katze beschränkt sich mitunter nicht nur auf die Pfoten

Nicht nur die dunklen Flecken schaffen Probleme, sondern auch die weißen Flecken an Bauch, Brust und Kehle. Bei Tieren mit heller Körperfarbe kann man die weißen Flecken am hellen Körper schlecht identifizieren, obwohl sie oft vorhanden sind. Erst wenn das Fell nachdunkelt, fallen sie auf. Deshalb ist eine helle Körperfarbe gerade für Tiere der dunklen Farbschläge besonders wichtig. Tiere mit heller Pointfarbe, in Cream oder Lilac beispielsweise, bereiten die weißen Flecken wenig Sorgen.